|4 min read|Amara Winkler
Preise im Onlineshop richtig festlegen: Ein praktischer Leitfaden
Preisgestaltung OnlineshopPreisstrategie E-CommerceProdukte richtig bepreisenPreiskalkulation Online-HandelGewinnmarge E-CommercePreispsychologieAufschlagrechnerWettbewerbspreise
Source: Unsplash
Schritt 1: Kenne deine tatsächlichen Kosten
Bevor du einen Preis festlegst, musst du die vollständigen Produktkosten kennen. Die meisten Verkäufer übersehen versteckte Kosten: Direkte Kosten (pro Stück):- Einkaufspreis / Herstellungskosten
- Versand zum Lager
- Verpackung
- Plattformgebühren (z. B. Amazon 7–15 %, Shopify 2,9 %)
- Zahlungsabwicklung
- Retouren (berechne deine durchschnittliche Retourenquote)
- Plattform-Abonnement
- Marketing (Ausgaben / verkaufte Einheiten)
- Lagerhaltung
- Kundenservice
Einkaufspreis: 40,00 €
Versand: 5,00 €
Verpackung: 3,00 €
Plattformgebühr (10%): 10,00 € (bei 100 € Verkaufspreis)
Retouren (8%): 4,00 €
Tatsächliche Kosten: 62,00 €| Kostenkomponente | Betrag | % vom Verkaufspreis |
|---|---|---|
| Einkaufspreis | 40,00 € | 40 % |
| Versand zum Lager | 5,00 € | 5 % |
| Verpackung | 3,00 € | 3 % |
| Plattformgebühr (10 %) | 10,00 € | 10 % |
| Retouren (8 %) | 4,00 € | 4 % |
| Gesamtkosten | 62,00 € | 62 % |
| Gewinnmarge | 38,00 € | 38 % |

Schritt 2: Lege drei Preispunkte fest
Jedes Produkt braucht drei Preise:Source: Unsplash
Schritt 3: Wähle eine Preisstrategie

| Strategie | Funktionsweise | Am besten geeignet für | Risikoniveau |
|---|---|---|---|
| Kosten + Aufschlag | Fester Aufschlag auf Kosten | Einsteiger, stabile Märkte | Niedrig |
| Wettbewerbsorientiert | Preis relativ zur Konkurrenz | Umkämpfte Märkte | Mittel |
| Psychologisch | Nutzt Wahrnehmung (z. B. 9,99 €) | Konsumgüter, B2C | Niedrig |
| Dynamisch | Anpassung nach Nachfrage/Saison | Mode, Reisen, Saisonware | Hoch |
Strategie 1: Kosten plus Aufschlag
Die einfachste Methode: Du addierst einen festen Aufschlag auf deine Kosten. Beispiel zur Aufschlagberechnung:Tatsächliche Produktkosten: 62,00 €
Gewünschte Marge: 40 %
Verkaufspreis = Kosten / (1 − Marge)
Verkaufspreis = 62 / (1 − 0,40) = 62 / 0,60 = 103,33 € → 99,99 €
Bei 99,99 €:
Marge: 99,99 − 62 = 37,99 € (38 %)- Elektronik: 15–30 %
- Bekleidung: 100–300 %
- Kosmetik: 50–150 %
- Handgemachte Produkte: 200–400 %
Strategie 2: Wettbewerbsorientierte Preise
Lege deine Preise im Verhältnis zur Konkurrenz fest:- Preisführer: 5–15 % unter dem Marktdurchschnitt
- Marktniveau: innerhalb von 3 % des Durchschnitts
- Premium: 10–30 % über dem Durchschnitt
Strategie 3: Psychologische Preise
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- Schwellenpreise: 49,99 € statt 50 € – funktioniert immer noch
- Streichpreise: Zeige den Originalpreis neben dem aktuellen Preis
- Bundles:
„3 Stück für 120 €"(statt 3×45 € = 135 €) - Kostenloser Versand ab Betrag: Setze die Schwelle 20–30 % über dem durchschnittlichen Warenkorbwert
Strategie 4: Dynamische Preise
Passe Preise an basierend auf:- Saison (höher in der Hauptsaison, niedriger außerhalb)
- Lagerbestand (letzte Stücke = höherer Preis)
- Wochentag (Wochenende vs. Werktage)
Schritt 4: Überwachen und anpassen
Den Preis festzulegen ist nur der Anfang. Behalte im Blick:- Conversion Rate – sinkt nach einer Preiserhöhung? Ein klares Signal
- Bruttomarge – steigt? Deine Strategie funktioniert
- Wettbewerbspreise – ändern sich? Reagiere bewusst
- Warenkorbwert – steigt bei Bundles?
Fixe Monatskosten: 2.000 € (Miete, Tools, Abonnements)
Variable Kosten pro Stück: 62,00 €
Verkaufspreis pro Stück: 99,99 €
Deckungsbeitrag = 99,99 − 62,00 = 37,99 €
Break-even = 2.000 / 37,99 = 53 Stück/Monat
Du musst mindestens 53 Stück pro Monat verkaufen, um alle Kosten zu decken.